Kostenlose Lieferung ab 50 € 🇩🇪 Versand aus Fehmarn 💬 Mo–Fr 8–16 Uhr persönlich erreichbar
EN 71 zertifiziert
Sichere Zahlung
30 Tage Rückgabe
Made in Germany
Kauf auf Rechnung für Kitas

Lebensmittelechtes Silikon vs. Standard-Silikon

Was unterscheidet Food-Grade-Silikon von Industriesilikon bei Schnullerperlen? Migration, Temperaturbeständigkeit und worauf du beim Kauf achten solltest.

Lebensmittelechtes Silikon vs. Standard-Silikon: Der Unterschied im Detail

Silikon ist nicht gleich Silikon. Was in der Industrie als Dichtungsmaterial in Motoren verwendet wird, hat mit der weichen Silikonperle, auf der dein Baby kaut, chemisch wenig zu tun. Lebensmittelechtes Silikon – im Fachjargon Food-Grade-Silikon oder Platinum-Cured-Silikon – durchläuft andere Herstellungsprozesse, wird mit Platin statt mit Peroxid vernetzt und hält strenge Migrationsgrenzwerte ein. Dieser Artikel erklärt den Unterschied verständlich und zeigt dir, woran du echte Food-Grade-Qualität erkennst.

1. Die Chemie hinter Silikon — auf einer Seite

Hand drückt eine Silikonperle zusammen. Zwei Bildhälften: Links Food-Grade-Silikon springt sofort zurück, rechts Standard-Silikon mit sichtbarer Verformung.

Silikon ist ein synthetischer Werkstoff aus dem Element Silizium, das mit Sauerstoff zu Polysiloxan-Ketten verknüpft wird. Anders als bei vielen anderen Kunststoffen ist die Silikon-Backbone-Struktur Si-O-Si chemisch extrem stabil – sie bricht weder bei UV-Strahlung noch bei Hitze bis 200 Grad Celsius noch bei Kontakt mit Säuren oder Basen. Diese Stabilität ist der Grund, warum Silikon in der Industrie so vielseitig verwendet wird, vom Motoröl-Dichtring bis zur Backform.

Damit das flüssige Silikon zum festen Gegenstand wird, muss es vernetzt werden – chemisch ausgedrückt: die einzelnen Polymerketten werden untereinander verbunden. Genau bei diesem Vernetzungsschritt unterscheidet sich Lebensmittel-Silikon von Standard-Silikon grundlegend.

2. Platinum-Cured vs. Peroxid-Cured: der entscheidende Unterschied

Schnullerkette aus Silikon liegt in einem Topf mit kochendem Wasser. Wasserdampf, helle Küche, Silikonperlen in Pastelltönen sichtbar.

Es gibt zwei Hauptverfahren, Silikon zu vernetzen:

Peroxid-Vernetzung verwendet organische Peroxide als Katalysator. Das ist günstig und industriell weit verbreitet. Nachteil: Bei der Vernetzung entstehen Nebenprodukte – sogenannte Spaltprodukte – die im fertigen Silikon zurückbleiben. Dazu gehören Benzoesäure, Methylbenzoat und Phenylethylacetat. Diese Stoffe können in geringen Mengen ins angrenzende Lebensmittel oder den Speichel migrieren. Peroxid-vernetztes Silikon ist daher für Industriedichtungen, Schläuche und technische Anwendungen geeignet, aber nicht für direkten Lebensmittel- oder Mundkontakt.

Platin-Vernetzung verwendet einen Platin-Katalysator. Vorteil: Bei der Reaktion entstehen keine Nebenprodukte. Das fertige Silikon ist rein, geschmacksneutral, geruchsneutral und chemisch inert. Genau dieses platin-vernetzte Silikon ist das, was du in Schnullerketten, Beißringen, Babylöffeln und medizinischen Geräten findest. Es wird auch „Platinum-Cured Silicone“ oder im englischen Sprachgebrauch „Medical-Grade“ oder „Food-Grade“ genannt.

Der Herstellungsprozess ist deutlich teurer – Platin ist ein Edelmetall – und genau hier entsteht der Preisunterschied: Eine 12-Millimeter-Silikonperle aus Standard-Silikon kostet im Großeinkauf wenige Cent, das gleiche Bauteil aus Platinum-Cured-Silikon das Drei- bis Fünffache.

3. Welche Standards gelten?

Fertige Silikon-Schnullerkette in Pastelltönen mit Holzclip an einem Stoffstrampler. Lifestyle-Aufnahme, helles Tageslicht.

Für Babyspielzeug mit Mundkontakt gelten in der EU drei zentrale Standards:

  • Verordnung (EU) Nr. 10/2011 – die EU-Verordnung über Materialien und Gegenstände aus Kunststoff, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen. Sie definiert Migrationsgrenzwerte für relevante Stoffe.
  • FDA 21 CFR 177.2600 – die amerikanische Lebensmittelbehörden-Zulassung für „Rubber articles intended for repeated use“. Sie wird auch in Europa als zusätzliches Qualitätsmerkmal angegeben.
  • DIN EN 71-3 – die bereits erwähnte Spielzeugnorm zur Migration von Schwermetallen. Sie gilt unabhängig vom Lebensmittel-Standard auch für Silikon-Bauteile in Babyspielzeug.

Hochwertige Silikonperlen für Schnullerketten und Greiflinge erfüllen alle drei Standards. Manche Hersteller weisen zusätzlich aus, dass das Silikon BPA-frei, phthalat-frei, latex-frei und PVC-frei ist – das sind keine eigenständigen Tests, sondern Folgen der Platinum-Cured-Methode.

4. Woran du Food-Grade-Silikon im Alltag erkennst

Übersichtsbild: 24 Silikonperlen in unterschiedlichen Pastellfarben sauber in einem Raster angeordnet. Klare, reine Farben ohne Schlieren.

Fünf Merkmale helfen dir beim Einkauf:

  • Geruchstest: Echtes Platinum-Cured-Silikon ist geruchsneutral. Riechst du eine Silikonperle und sie verströmt einen leicht chemischen, gummi-ähnlichen Geruch, ist das ein Hinweis auf Peroxid-Vernetzung mit Restbestandteilen.
  • Kneiftest: Drücke das Silikon stark zusammen und lasse los. Platinum-Cured-Silikon springt sofort und ohne Verformungsspur in die Ausgangsform zurück. Standard-Silikon kann eine kurze Druckmarke hinterlassen oder „weiß“ werden im Knick (sogenannter „Stretch-Test“).
  • Hersteller-Angabe: Achte auf konkrete Standards in der Produktbeschreibung – „nach Verordnung (EU) 10/2011″ oder „FDA 21 CFR 177.2600″ sind belastbare Hinweise. „Lebensmittelecht“ ohne Verweis ist nur ein Marketingbegriff.
  • Farbe und Klarheit: Platinum-Cured-Silikon hat reine, klare Farben ohne wolkige Schlieren. Pigmente sind gleichmäßig verteilt. Bei billigem Silikon siehst du manchmal Farbunterschiede innerhalb derselben Perle.
  • Preis: Wie bei den Holzperlen gilt: Wer 100 Silikonperlen für 5 Euro anbietet, kann die Platin-Vernetzung nicht wirtschaftlich durchführen. Eine seriöse Silikonperle liegt im Bereich 0,30 bis 1,20 Euro pro Stück.

5. Was bedeutet das für die Praxis?

Wenn du eine Schnullerkette oder einen Greifling aus hochwertigem Food-Grade-Silikon hast, ist die Nutzung extrem unkompliziert. Das Material ist temperaturbeständig von minus 60 bis plus 230 Grad Celsius. Du kannst die Perlen also problemlos in kochendem Wasser sterilisieren, in den Geschirrspüler legen oder bei Bedarf sogar im Gefrierfach kühlen (gerade bei Beißringen zur Linderung des Zahnungsschmerzes ein hilfreicher Tipp).

Anders als Holzperlen quellen Silikonperlen nicht auf und nehmen kein Wasser auf. Das macht sie besonders pflegeleicht. Allerdings: Silikon kann statisch aufgeladen sein und Staub anziehen – ein feuchtes Tuch und gegebenenfalls ein Tropfen mildes Spülmittel reichen aus, um die Perlen wieder sauber zu bekommen.

Im direkten Vergleich mit Holz hat Silikon andere Vorteile (weicher, geräuschloser, leichter zu reinigen) und andere Nachteile (weniger Eigengewicht, etwas weniger haltbar bei intensivem Beißen). Welches Material für dich besser passt, klärt unser Vergleichsartikel Holz vs. Silikon.

FAQ — Lebensmittelechtes Silikon

Ist „BPA-frei“ das Gleiche wie lebensmittelecht?

Nein. BPA-Freiheit bedeutet nur, dass kein Bisphenol A enthalten ist. Lebensmittelechtes Silikon ist BPA-frei plus phthalat-frei plus latex-frei plus erfüllt EU-Migrationsgrenzwerte. „BPA-frei“ allein ist also der schwächere Hinweis.

Verändert sich Silikon mit der Zeit?

Hochwertiges Platinum-Cured-Silikon ist UV-stabil und altert kaum. Bei sehr langer und intensiver Nutzung kann die Oberfläche minimal stumpfer werden. Wenn ein Silikonteil hingegen klebrig wird, sich verfärbt oder Risse zeigt, ist das ein Zeichen minderer Qualität und das Teil sollte ersetzt werden.

Kann Silikon kochen, ohne Schadstoffe abzugeben?

Ja, sofern es echtes Food-Grade-Silikon ist. Es bleibt bis 230 Grad Celsius stabil und gibt selbst beim Kochen keine messbaren Mengen an Migrations-Substanzen ab. Genau deshalb wird Silikon auch in Backformen und Babynahrungs-Behältern verwendet.

Sind Silikonperlen für Kinder unter sechs Monaten sicher?

Sicher im Sinne des Materials – ja. Allerdings gilt wie bei allen Bastelteilen: Eine Schnullerkette darf maximal 22 Zentimeter lang sein, einzelne Perlen müssen den Kleinteile-Test der DIN EN 71-1 bestehen. Mit 12 Millimeter Durchmesser ist das bei unseren Standard-Silikonperlen erfüllt.

Kann ich Silikon und Holz in einer Schnullerkette kombinieren?

Ja, das ist eine sehr beliebte Kombination. Achte nur darauf, dass die Bohrungsdurchmesser zueinander passen (üblich 2 mm) und dass die Schnur sich nicht an einer scharfen Übergangskante reibt. Mehr Tipps dazu in unserem Vergleichsartikel.

Du suchst Silikonperlen in Food-Grade-Qualität? Unsere Silikonprodukte sind Platinum-Cured und entsprechen der EU-Verordnung 10/2011 sowie FDA 21 CFR 177.2600. Schau dir auch unseren Materialvergleich Holz vs. Silikon an.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert